Ursprünglich wurden solche Warnungen eingeführt, um zu verhindern, dass Menschen, die unter traumatischen Erfahrungen leiden (z. B. ein schwerer Unfall oder ein gewalttätiger Übergriff ) Aspekte des Traumas wieder erleben (z. B. durch Flashback-Erinnerungen), indem sie plötzlich mit Reizen konfrontiert werden, die sie an die traumatischen Ereignisse erinnern (Boysen 2017). Im Laufe der Zeit wurde der Einsatz von solchen Triggerwarnungen jedoch ausgeweitet, um zu verhindern, dass nicht nur Personen mit traumatischen Erfahrungen Unbehagen empfinden, sondern auch jene Personen, die nicht an traumatischen Erfahrungen leiden (Bellet et al. 2018). Dabei haben Triggerwarnungen zwei Hauptfunktionen: Erstens sollen sie es Menschen ermöglichen, sich emotional auf bestimmte Inhalte vorzubereiten, um eine mögliche negative emotionale Reaktion abzuschwächen, und zweitens sollen sie es den Menschen ermöglichen, diese Inhalte vollständig zu vermeiden (Bridgland et al. 2023).

Das Papier der S4F Germany „Kernenergie und Klima“

Ist die Kernenergie eine Klimaschutztechnologie? Die Scientists for Future Germany beantworten diese Frage mit einem eindeutigen Nein – und verstricken sich dabei in Interessenpolitik und Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis. Unsere Autorin hat das Papier für die GWUP begutachtet. Das ausführliche Gutachten finden Sie hier.

Anna Veronika Wendland

Ende Oktober legte eine Autorengruppe von Scientists for Future Germany (S4F) ein 100-seitiges Papier über „Kernenergie und Klima“ vor, das der Klimabewegung Fridays for Future wissenschaftliche Argumentationshilfe in der neuerdings aufgeflammten Atomdebatte an die Hand geben sollte. S4F ist der deutsche Zweig einer vorwiegend auf die deutschsprachigen Länder konzentrierten Wissenschaftler-Initiative zur Unterstützung der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. Die Organisation beansprucht, als Stimme der Wissenschaft in der Klimadebatte zu sprechen. Ihr Ziel ist die schnellstmögliche Ersetzung „fossiler Energieträger durch klimaneutrale Energiequellen“.

Ausweislich dieses Ziels wäre erwartbar, dass die S4F sich die Position des Weltklimarats zu eigen machen, der in seinen Sachstandsberichten die Kernenergie in der Reihe der Instrumentarien zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes nennt. Ihre CO2-Bilanz ist laut IPCC mit 12 g CO2/kWh (median) so gut wie jene der Windkraft und rund viermal besser als die der Photovoltaik (41-48 g/kWh).

Doch die S4F positionieren sich in ihrem Papier dezidiert gegen jedwede Kernenergienutzung. Kernenergie sei keine Klimaschutztechnologie, denn sie

  • sei mit Blick auf mögliche Unfälle zu gefährlich,
  • sei mit Blick auf ihre Wirtschaftlichkeit zu teuer,
  • sei mit Blick auf die Bauzeit neu gebauter Kernkraftwerke „in den für die Bekämpfung der Klimakrise relevanten
    Zeiträumen“ zu langsam verfügbar,
  • blockiere den Weg zu einem „gesellschaftlich gestützten … klimaneutralen Energiesystem“, das ausschließlich auf Erneuerbaren Energien aufbauen solle.

Argumentation ohne Schutzziel

Es wird, anders als von S4F angekündigt, also gar nicht die Frage beantwortet, welche die gesellschaftliche Debatte beschäftigt, nämlich ob man die Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz klassifizieren und folglich im System lassen solle, sondern es wird die Kompatibilität der Kernenergie mit einer von den Autoren ewünschten  Systemtransformation diskutiert. In dieser wiederum wird die Kernenergie a priori für unerwünscht erklärt, da das gewünschte System zu 100 % auf Erneuerbaren Energien basieren soll. Dies aber ist nicht aus einer mangelnden Klimaschutzqualität der Kernenergie oder einer in jedem Falle überlegenen Klimaschutzqualität der EE ableitbar. Wir haben es vielmehr mit einem auf Werturteilen basierenden Argument zu tun.

„Gefährlich, teuer, langsam“

Dieses Werturteil wird legitimiert durch das Argument der „Gefährlichkeit“ und der „Unwirtschaftlichkeit“ sowie der nicht rechtzeitigen Verfügbarkeit von KKW-Neubauten für die Bekämpfung des Klimawandels. Doch diese Argumentation kommt über weite Strecken des Papiers mit unzulässigen Methoden zustande. Dazu gehören eine hoch selektive Betrachtung von Daten und Fachliteratur, Strohmann-Argumente und Doppelstandards.

So behaupten die Autoren, die Atomindustrie prognostiziere mit probabilistischen Sicherheitsanalysen (PSA) eine sichere Atomzukunft, obwohl die Realität sie mit immer wieder auftretenden Atomunfällen Lügen strafe. Hier wird weder der Forschungsstand zur Technikrisikoforschung beachtet noch die kerntechnische Fachliteratur über Gegenstandsbereich und Funktion solcher Analysen. PSA dienen nicht der Prognose eines globalen Gesamtrisikos der Kernenergienutzung, sondern vor allem der Quantifizierung des Beitrags einzelner Systeme eines KKW zu seinem Kernschmelzrisiko. Hinzu tritt die Suggestion einer latent vor dem nächsten Super-GAU stehenden Kerntechnik, der vor allem durch das Cherrypicking von ungünstigen und unkontextualisierten Befunden und das Auslassen von günstigen Befunden erreicht wird. Zu solchen günstigen, aber nicht diskutierten Befunden gehört etwa die Robustheit der deutschen Kernkraftwerke, auf die Unfallabläufe wie in Fukushima oder Tschernobyl nicht übertragbar sind. (siehe hierzu auch Skeptiker 1/2021 1/2021, S. 4 – 10).

Eine Konzentration auf Extremwerte von Schäden und Opfern aus hypothetischen Versicherungs-Diskussionen ersetzt die weniger dramatische Empirie der realen Atomunfälle. Ein Vergleich mit den um Größenordnungen schädlicheren Auswirkungen der Kohlekraft und anderer Industrien fehlt. Auch die Diskussion um die Kosten und Bauzeiten von Kernkraftwerken wird mit einer solchen Bezugnahme auf Extremzahlen geführt. Bei der Frage nach der Verfügbarkeit neuer KKW für Klimaschutzmaßnahmen wird auf die langen Bauzeiten rekurriert, aber nicht zur Kenntnis genommen, dass die Errichtungszeiten CO2-neutraler EE-Systeme weit über die Errichtungszeiten und -kosten von EE-Einzelanlagen und auch von KKW hinausgehen.

Prinzipiell werden in diesem Papier, das beständig Kernenergie mit EE vergleicht, ungünstige Befunde im Bereich der EE ausgeblendet. Dazu gehört ihr enormer material footprint, ihre Flächen-Extensivität, die bislang ungelöste Speicherfrage, und die von ihnen erzeugten (auch ökologischen) Kosten für Speicher und Backup-Kraftwerke – in Zukunft vor allem Gaskraftwerke.

Schließlich wird in einer Doppelstandard-Argumentation den Kernkraftwerken Verwundbarkeit durch Extremwetterlagen wie Hitze und Schneesturm bescheinigt, aber  verschwiegen, dass wetterabhängige EE in solchen Situationen weit gravierendere Produktionseinbußen erleiden; die technischen Möglichkeiten der Anpassung von KKW an Hitze- und Niedrigwasserkonditionen bleiben hingegen unerwähnt.

Selbstwidersprüche

Die Situationsbeschreibung der Autoren, die „verbleibende Zeit“, in der noch Maßnahmen zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels erreicht werden könnten, sei knapp, steht im Widerspruch zu ihrer Forderung nach der raschen Vollendung von weltweiten Atomausstiegen. Die Autoren ignorieren die Bedeutung der existierenden Kernenergie, die nach der Wasserkraft den weltweit zweitgrößten Beitrag zur CO2-armen Stromproduktion leistet. Nichts wäre angesichts der Klimakrise schädlicher, als sie abzubauen, nur um sie unter großen Anstrengungen und Ungewissheiten durch EE zu ersetzen. In diesem Lichte erscheint insbesondere der deutsche Atomausstieg als kontraproduktiv, denn er resultiert ja gerade im kritischen Zeitraum, nämlich der Zeit ab 2022, in einem Mehr-, nicht einem Minderausstoß von CO2. Deutschland wird in dieser Zeit 60 TWh pro Jahr Atomstromproduktion verlieren. Für Deutschland und Japan nach 2011 ist der Zusammenhang von Atomausstiegen und Rekarbonisierung nachgewiesen worden (siehe Skeptiker 1/2021, S. 4 – 10). Diese Befunde ignorieren die Autoren.

Das Narrativ von der Blockade

Von besonderer Bedeutung für die S4F-Autoren ist das Argument der „Blockade“ wünschenswerter Energiesystementwicklungen bzw. Gesellschaftsentwicklungen durch die Kernenergie. Dieses Argument wird von den Autoren in drei Teilaspekte unterteilt: die Kernenergie als angebliche historische Innovationsblockade und Antagonistin der EE, als Transformationsblockade sozialer Systeme sowie als technische Blockade der EE in Stromnetzen, wo sie wegen ihrer Unflexibilität die Entfaltung der EE behindere. Keines dieser drei Argumente konnte bei der Begutachtung einer Überprüfung standhalten. Weder kann man mit Blick auf die 1970er und 1980er Jahre behaupten, die Kernenergie – die damals beträchtliche Dekarbonisierungserfolge erzielte – habe Förder-und Investitionsmittel von den EE abgezogen. Die EE-Frage stellte sich damals noch nicht, denn es fehlten auch technische Voraussetzungen für den in den 2000er Jahren dann herbeisubventionierten Kickoff. Auch sind Kernenergie und EE in Stromverbünden kompatibel. Die Behauptung, dies sei nicht so, beruht auf einer selektiven Auswahl von Informationen und einer Ignorierung realer Fahrweisen und Potenziale von Kernkraftwerken. So wird die Lastwechselfähigkeit von Kernkraftwerken gegen den Befund von Fachliteratur und Betriebserfahrungen verneint. Ironischerweise zeigen gerade die deutschen Kernkraftwerke, die seit der Einführung der EE immer häufiger Lastfolge fahren, das gegenteilige Bild. Das Argument, KKW behinderten gesellschaftliche Transformationen, beruht vor allem auf romantisierenden Technik-Images der EE (sanft, demokratisch und dezentral) und dramatisierenden Images der Kernenergie (gefährlich, antidemokratisch und zentralistisch).

Ein Herz für die Perspektive der EE-Betreiber

Die Autoren schreiben in den Schlussfolgerungen ihres Papiers Folgendes:
Energiepolitische Maßnahmen wie … der massive Ausbau der EE und Stromsparprogramme, die die Rentabilität von nuklearer Grundlast in Frage stellen könnten, sind daher aus KKW-Betreiberperspektive unerwünscht.
Doch im gesamten Papier zeigt sich deutlich, dass die S4F-Autoren, statt ihr Material kritisch zu evaluieren, eigentlich genau das tun, was sie kritisieren: sie machen sich die EE-Betreiber-Perspektive zu eigen, der zufolge die Kernenergie als Konkurrentin unerwünscht sei. Doch angesichts der Lastfolgefähigkeit von KKW erscheint das Grundlast-Argument überholt, da KKW-Betreiber in einer Stromwirtschaft, in der CO2-arme gesicherte Leistung und Regelleistung honoriert wird, sehr gut verdienen können. Überdies können KKW den Speicherbedarf der im selben System betriebenen volatilen EE erheblich verringern.

Bezeichnenderweise sind die von den Autoren genutzten Szenarien im Wesentlichen 100-%-EE-Szenarien, in denen die Kernenergie gar keinen Platz hat; konsequent komparativ wurde nicht gearbeitet, weil Studien unter Einschluss der Kernenergie nicht behandelt wurden. Dass die gewählten 100-%-EE-Szenarien zu dem Schluss kommen, dass „eine möglichst rasche Markteinführung erneuerbarer Stromerzeugung“ der beste Weg zur Dekarbonisierung sei, liegt auf der Hand. Eine „CO2-freie Elektrifizierung des Verkehrs und Gebäudesektors“ hängt jedoch nicht vom Erzeuger des CO2-armen Stroms ab; im Gegenteil könnten angesichts der beträchtlichen Steigerung unserer Strombedarfe durch E-Mobilität und Elektrifizierung des Wärmemarktes gerade Kernkraftwerke als kompakte, leistungsstarke Erzeuger ihre Stärken ausspielen, etwa bei der Versorgung der Industrie.

Zweifel an der Unabhängigkeit

Während bei der Begutachtung nur die wissenschaftliche Qualität der Argumente betrachtet wurde und nicht die Person der Verfasser, ist nach einem derart offensichtlichen Bias-Befund die Frage berechtigt, wie es dazu kommen konnte. Eine Durchsicht der Forschungsprofile und institutionellen Zuordnung der Autoren gibt Hinweise: 16 von 16 Autoren haben ihre Forschungsarbeiten und Projekte mit der Energiewende-Ökonomie bzw. mit Institutionen im Umfeld atomkritischer Umweltbewegungen verbunden, sei es als Forscher:innen, als Berater:innen und Auftragnehmer: innen von Bundesregierung und grünen NGOs, oder als atomkritische Gutachter:innen; ein Autor ist Mitinhaber eines Software-Unternehmens, das seine Kunden im Feld des Ökostromvertriebs hat. Diese Autorengruppe war also weder unabhängig noch unvoreingenommen: sie hat ein Interesse an der Ausschließung der Kernenergie aus deutschen und europäischen Klimaschutzstrategien, ob nun aus Überzeugung oder aus professioneller Zugehörigkeit zum Unternehmen Energiewende, oder aus beiden Gründen.

Man stelle sich nur einen Augenblick vor, S4F hätte 16 Autoren beauftragt, ein Gutachten über die Eignung von Erneuerbaren Energien für den Klimaschutz zu verfassen, und 16 von 16 Autoren widmeten sich in ihrem Arbeitsleben vor allem der Simulierung und Optimierung von Kernenergiesystemen, der Beratung von kernenergienutzenden Regierungen und der Verfassung von Gutachten gegen Windparks. Das hätte zu Recht einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Warum der ausgeprägte Bias des Papiers selbst, seines Literaturkorpus, aber auch seiner Verfassergruppe bei S4F durchgewinkt wurde, hat wohl auch mit einer mangelnden Qualitätssicherung in dieser Organisation zu tun. Weder wurde das Papier unabhängig begutachtet, noch kam es zu einem organisationsöffentlichen Diskussionsprozess. Von mir befragte S4F-Mitglieder erinnerten sich an keine öffentlich kommunizierten Arbeitsstände oder Möglichkeiten der Kommentierung. Anfragen an die Pressestelle der S4F sowie an die drei als Ansprechpartner benannten Verfasser:innen blieben unbeantwortet.

Fazit: Nullsummenspiele

Aus Sicht eines Klimaschutzziels ist irrelevant, welche Stromerzeuger profitieren oder „gebremst“ werden, sondern einzig, ob sie ein klimafreundliches Resultat liefern, nämlich eine Kilowattstunde mit minimaler CO2-Last und maximaler Verfügbarkeit und möglichst hoher Umweltverträglichkeit. Ob diese Sicherheit und Klimafreundlichkeit per planbarer Stromproduktion hergestellt wird wie bei einem KKW oder durch die Errichtung einer Speicher-Infrastruktur für volatile EE, das ist eine politische Entscheidung. Sie ist aber nicht aus der Technologie selbst begründbar. Das Wohlergehen einer bestimmten Energiebranche ist keine notwendige Voraussetzung für die Erreichung von Klimaschutzzielen. Die von den Scientists for Future praktizierten, offensichtlich interessengeleiteten Nullsummenspiele können dem Klimaziel sogar schaden, wie das Beispiel des deutschen Atomausstiegs vor Kohleausstieg zeigt.

Das vollständige Gutachten über das S4F-Papier „Kernenergie und Klima“ ist hier nachzulesen.

Dr. Anna Veronika Wendland

, geb.1966, ist Osteuropa- und Technikhistorikerin. Studium in Köln und Kiew, Promotion in Köln, berufliche Stationen in Leipzig, München und Marburg. Sie ist Projektleiterin am Sonderforschungsbereich SFB-TRR 138 „Dynamiken der Sicherheit“ (Marburg / Gießen). Für ihre Habilitationsschrift „Kerntechnische Moderne. Atomstädte, nukleare Arbeitswelten und Reaktorsicherheit in Ost- und Westeuropa 1966-2020“ hat sie über mehrere Jahre hinweg als Langzeit-Beobachterin in Kernkraftwerken geforscht. Im Juli 2020 publizierte sie gemeinsam mit dem Nuklearforscher Rainer Moormann ein Memorandum über die Bedeutung der verbliebenen deutschen Kernkraftwerke für eine alternative Klimastrategie.

Angesichts von Debatten mit Vertretern von paranormalen Überzeugungen und wissenschaftlich fragwürdigen Behauptungen stellt sich die Frage, wie eine angemessene Kritik solcher Aussagen formuliert werden sollte. Der US-amerikanische Skeptiker Ray Hyman hat dazu einige Überlegungen formuliert, die wir im Folgenden erstmalig in deutscher Übersetzung veröffentlichen.   Ray Hyman Seit Gründung der US-amerikanischen Skeptikerorganisation CSICOP im Jahr […]

Patrick Vermeren

A Skeptic’s HR Dicitonary

The Good – the Bad – and the partially True

The ultimate self-defense guide for CEOs, HR professionals, I/O Students and Employees

Londerzeel (Belgien) 2019, 1117 S., ISBN 9-78908763478, € 125,-

Cover Vermeren

 

Evidenzbasiertes Management ist ein aus den USA kommender Ansatz, der auf den Prinzipien der Evidenzbasierung aufbaut. Entscheidungen von Führungskräften und Personalmanagern sollen nicht mehr allein auf Grundlage intuitiver Eindrücke oder persönlicher Erfahrungen erfolgen, sondern vielmehr mit der besten verfügbaren Evidenz aus der wissenschaftlichen Forschung verknüpft werden.

Diesem Ansatz sieht sich der Autor verpflichtet und sieht darüber hinaus sogar eine moralische Pflicht zu einem evidenzbasierten Human Resources Management (HRM). Denn niemand möchte zum Narren gehalten werden oder viel Zeit und Geld in unwirksame beziehungsweise fragwürdige Methoden und Vorstellungen investieren. Doch fundierte Erkenntnisse und etablierte Methoden aus der Forschung setzen sich nur mühsam in der Praxis um. Angeboten und nachgefragt wird oft, was schön ausschaut, sich verkaufen und mit möglichst geringem (Denk-)Aufwand umsetzen lässt.

Dieses Buch richtet sich nicht an die unerschütterlichen Gläubigen, die emotional oder ideologisch so verstrickt sind, dass sie wahrscheinlich psychologische Abwehrreaktionen zeigen werden. Der Autor wendet sich vielmehr an die Menschen, die keine falschen Informationen verbreiten oder falschen Mythen anhängen möchten, sondern ihr Verhalte  an professionellen und moralischen Standards ausrichten wollen. Darunter fallen auch diejenigen, die sich zu einzelnen Themen und Theorien bisher noch keine tiefgehenden Gedanken gemacht haben. Einfach, weil ihnen die Zeit fehlt, um sich intensiv mit den verschiedenen Behauptungen auseinanderzusetzen und entsprechende wissenschaftliche Literatur zu sichten. Vermeren hat diese anspruchsvolle Arbeit übernommen und präsentiert seine Ergebnisse auf über 1100 Seiten.

Der Autor hat ein Theorie-Empirie-Raster erstellt, das zwischen den Polen „schlechte“ und „solide Theorie“ sowie zwischen „empirisch bestätigt“ und „widerlegt“ differenziert. Nach diesen Kriterien ordnet Vermeren die im Buch behandelten Theorien in ein Koordinatensystem ein und verschafft dem Leser somit eine rasche Orientierung. Zu Beginn des Buches erklärt er die Vorteile einer wissenschaftlichen Herangehensweise und warum Pseudowissenschaften unmoralisch sind. In den folgenden Kapiteln behandelt er 25 gängige Mythen, Urbane Legenden, Modeerscheinungen und Fälle von komplettem Unfug. Dazu gehören sowohl Klassiker wie NLP, Grafologie, Trainings mit Pferden und
Organisationsaufstellung nach Bernd Hellinger, als auch die Transaktionsanalyse oder die bei Managern beliebte Bedürfnispyramide nach Maslow.

In diese Kategorie werden auch in der Praxis dominierende Persönlichkeitstests, wie Insights Discovery oder der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI), eingeordnet. Der MBTI basiert auf den Konzepten des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung. Diese wurden vor rund 100 Jahren entwickelt, als die wissenschaftliche Psychologie noch in den Kinderschuhen steckte. Das theoretische Fundament sei nach modernen wissenschaftlichen Maßstäben nicht solide, die Gütekriterien nicht überzeugend, so der Autor.

Grundsätzlich wird die Einteilung von Menschen in Typen der enormen Variation menschlicher Eigenschaften nicht ansatzweise gerecht. Doch auch so gängige Glaubenssätze, wonach die Effektivität unserer Kommunikation nur zu 7 % vom Inhalt, zu 55 % von der Körpersprache und zu 38 % von stimmlichen Anteilen abhänge, werden auf ihre Evidenz hin bewertet. In 15 weiteren Kapiteln beschäftigt sich Vermeren mit Themen, deren Effektivität teilweise belegt sind, wie Online-Trainings oder Feedback. Auch aktuelle Themen wie die Selbstorganisation von Teams, Big Data und HR Analytics oder die teils ideologisch anmutenden Verheißungen der „Positiven Psychologie“ werden überzeugend reflektiert.

Widerspricht die Theorie gültigen Theorien, oder rationalem Denken oder stellt sich gar als unüberprüfbar heraus? Gibt es nur eine gut gemachte Studie oder mehrere und wurden die Ergebnisse von unabhängigen Wissenschaftlern reproduziert? Ist die Methodik der Untersuchung unangemessen oder liegen sogar systematische Überprüfungen (Metaanalysen) vor? Zum Abschluss stellt der Autor in 15 Kapiteln Theorien und Praktiken vor, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als bestätigt angesehen werden dürfen. Dazu gehören eine Darstellung der besten Prädiktoren für berufliche Leistung bzw. Erfolg und die Konsequenzen für eine evidenzbasierte Personalauswahl. Auch zeigen 40 Jahre Forschung, dass Trainings zur Verhaltensmodellierung für den Erwerb sozial-kommunikativer Fähigkeiten gute Evidenz aufweisen. Das Gleiche gilt für einige Maßnahmen in der Personalentwicklung, die zumindest zufriedenstellende Effektstärken vorweisen können.

Patrick Vermeren ist HR-Experte, Berater, Coach und im Vorstand der belgischen Skeptikerorganisation SKEPP. Sein Buch schließt eine große Lücke im internationalen Sachbuchsegment. Es ist ihm mit dieser enormen Fleißarbeit gelungen, ein weltweit einmaliges Nachschlagewerk zusammenzustellen, das hoffentlich eine weite Verbreitung finden wird. Weitere Infos und Probekapitel stehen hier zur Verfügung.

Rouven Schäfer

Erstmals veröffentlicht in: Skeptiker 1/2020

Cover Gough

Rezension

Niall Taylor, Alex Gough

No way to treat a friend

Lifting the lid on Complementary and Alternative Veterinary Medicine
Niall Taylor, Alex Gough, 5m Publishing, 2017, ISBN 978-1-91045-591-3, 14,95 €

„Alternativmedizin“ oder „Komplementärmedizin“ in all ihren Ausprägungen (Homöopathie, Akupunktur, TCM, Osteopathie und andere manuelle Therapien, Bioresonanz, usw.) ist auch in der Veterinärmedizin alltäglich. Dazu kommen Diskussionen über die Fütterung, wo es Verschwörungstheorien analog zu „Big Pharma“ gibt – Fertigfutter enthalte nur Müll und sei an so ziemlich allen Krankheiten schuld, und Tierärzte seien nur die gehirngewaschenen beziehungsweise skrupellosen Handlanger der Futterindustrie. Prophylaxemittel gegen Parasiten (welche immerhin lebensgefährliche Krankheiten übertragen können) werden als „gefährliche Gifte“ abgelehnt und „natürliche Alternativen“ gesucht, von verschiedenen Ölen bis zu Bernsteinhalsketten.

„Alternative Tiermedizin“ boomt

Die Gründe für diese Entwicklung sind sicher ähnlich wie in der Humanmedizin: Wecken von falschen Hoffnungen, Angstmache vor „bösen Nebenwirkungen“, „zurück zur Natur“, etc. Haustiere werden von vielen ihrer Besitzern als vollwertige Familienmitglieder gesehen – Krankheit oder Tod des Tieres führt zu einem emotionalen Zustand, vergleichbar mit der Sorge um einen nahestehenden Menschen, und macht daher entsprechend empfänglich für falsche Heilsversprechungen.
Die Tierärztekammern fördern diese Entwicklung aktiv, indem sie Fortbildungszertifikate (Fachtierarzt, Zusatzbezeichnung) anbieten und die Anwendung von „Alternativmedizin“ bewerben. Betrachtet man die Fortbildungsangebote für Tierärzte, machen Angebote in Alternativmedizin einen großen Teil aus. An den Universitäten werden Kurse in Homöopathie & Co. als Teile des Studiums anerkannt.

Falsche Denkweisen und schädliche Praktiken aufdecken

Die Autoren Niall Taylor und Alex Gough sind beide als praktische Tierärzte in Großbritannien tätig. Sie sind Initiatoren der „Campaign for Rational Veterinary Medicine“, die gegründet wurde, um „den Standpunkt zu vertreten, dass tierärztliche Behandlung im 21. Jahrhundert in jedem Fall auf rationalen, anerkannten wissenschaftlichen Prinzipien basieren muss“. Sie betreiben auch eine Website, mit einem Blog zu aktuellen Ereignissen und vielen Links zu wissenschaftlichen Artikeln. Ihr Buch „No way to treat a friend” richtet sich an Tierbesitzer und Tierärzte gleichermaßen und soll „als Gegenmittel bei Fehlinformation und unkritischer Akzeptanz dienen.“

„When thinking goes wrong“

Das Buch besteht aus zwei Teilen, wovon der erste, der etwa ein Drittel umfasst, betitelt ist mit „Sciences and belief in medicine, the nature of understanding, how it can go wrong and what happens when it does“. Es geht darin um die Definition von „Komplementär- und Alternativmedizin“ (KAM) und warum sie bei Tieren zu wirken scheint, mit den bekannten Effekten natürlicher Krankheitsverlauf, Wunschdenken bzw. selektive Wahrnehmung, zusätzliche Anwendung wirksamer Medikamente, Fehldiagnosen und „Wunderheilungen“ – zu letzteren werden einige anschauliche Bespiele aus der tierärztlichen Praxis beschrieben, wie aussichtslose Fälle, schwere Verletzungen oder bösartige Tumore, die „von alleine“ heilten – Fälle, die als „Triumph der Alternativmedizin“ gefeiert würden, wäre sie zum Einsatz gekommen. Weiters werden Bedeutung und Vorgehensweise der Wissenschaft erklärt und was KAM davon unterscheidet. Das ausführliche Kapitel „When thinking goes wrong“ erläutert alle Fehlschlüsse und rhetorischen Kniffe der KAM und geht auch auf Verschwörungstheorien wie „Big Pharma“ und Vorurteile gegen die Wissenschaft ein. Darüber hinaus wird über beliebte Aussagen wie „ganzheitlich“ und „traditionell“ und die Überzeugungskraft von Erfolgsgeschichten aufgeklärt.

Alternativmedizin und verwandte Denkweisen – eine Kritik

Im zweiten Teil geht es um die Methoden im Speziellen – eigene Kapitel sind jeweils Kräutern und Nahrungsergänzungen (inkl. TCM, Ayurveda, ätherischen Ölen und Zoopharmakognosie [Selbstmedikation von Tieren durch Aufnahme von Pflanzen oder Mineralien mit angeblich therapeutischer Wirkung]), der Rohfütterung, Akupunktur, Homöopathie, den manuellen Therapien und den fragwürdigen Diagnosemethoden (wie Irisdiagnositik, Kinesiologie, Tierkommunikation) gewidmet; ein weiteres Kapitel fasst „den Rest“ (wie Energetik, Aromatherapie, Laserbehandlung, Detox) zusammen. Es werden jeweils Herkunft bzw. Hintergrund, wissenschaftliche Datenlage und mögliche Risiken besprochen. Eine Zusammenfassung geht noch mal auf gängige Mythen der KAM ein, wie „Natürlichkeit“ vs. „Chemie“, Vermeidung von Antibiotika durch KAM, und angebliche „Beweise“.

Tiere sind auf ihre Halter angewiesen

Im Gegensatz zu Menschen können Tiere keine eigenen Entscheidungen treffen, sie müssen auf ihre Halter vertrauen, wenn es um ihre medizinische Behandlung geht. Deswegen sollte diese wohlüberlegt gewählt werden – das ist das Anliegen der Autoren, und man spürt ihre Überzeugung in jedem Wort. Dabei kommen sie nie mit erhobenem Zeigefinger, das Buch ist mit Humor geschrieben und mit vielen Beispielen aus der Praxis aufgelockert. Für Tierbesitzer werden alle Fachbegriffe erklärt und anschauliche Vergleiche benutzt; für Veterinärmediziner und andere Wissenschaftler ist es deswegen nicht oberflächlich; auch gibt es eine ausführliche Liste an Referenzen. Die gesetzlichen Hintergründe zur Anwendung von KAM sind nur für die USA und Großbritannien beschrieben; ansonsten ist der Inhalt natürlich im deutschen Sprachraum ebenso gültig – das Thema ist es auf jeden Fall.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass der Titel bereits auf eine kritische Abhandlung hindeutet und daher positiv eingestellte Leser abschrecken könnte.
Ansonsten bleibt zu hoffen, dass ein ähnliches Werk bald auch auf Deutsch erscheint.

Stefanie Handl

(erstmals erschienen in: Skeptiker 3/2018, S. 150 – 151)

 

  „A constructive skepticism, and a level-headed belief in the real Richard Dawkinsworld and the scientific method of studying it, could constitute humanity’s greatest hope of staving off a    
 potential dark age. Journals like Skeptiker have a more important part to play than many people realise.“

 Prof. Richard Dawkins, Autor („The Selfish Gene“, „The Blind Watchmaker“, „Der Gotteswahn„)

 Übersetzung:

„Konstruktive Skepsis und ein ausgewogener Glaube an eine reale Welt und an wissenschaftliche Methoden, sie zu untersuchen, könnte die größte Hoffnung  
 der Menschheit sein, ein mögliches dunkles Zeitalter abzuwenden. Zeitschriften wie der Skeptiker spielen hier eine wichtigere Rolle, als viele Menschen erkennen.“

 

 


  „Believing anything without adequate evidence can cause one to squander time, energy, Martin Gardnerand money on reading worthless books and magazines, watching shameless    
  television shows, and buying worthless products. This is especially true for medical claims because a false belief can cause serious harm and even death.“

  Martin Gardner, Mathematiker, Philosoph und Wissenschaftsautor

  Übersetzung:

„Etwas ohne adäquate Belege zu glauben kann dazu führen, daß wir Zeit, Aufwand und Geld dafür vergeuden, wertloser Bücher und Zeitschriften zu lesen,
  schamlose Fernsehshows zu sehen und nutzlose Produkte zu kaufen. Dies trifft besonders für unzutreffende medizinische Behauptungen zu, denn hier kann ein falscher    
  Glaube schwere Schäden oder auch den Tod verursachen.

 


  „Die romantische Postmoderne stellt schwärmerisch das Gefühl über den Verstand. Krista FederspielSo halten nun Mythen und Magie, Halbwahrheiten und kühne Behauptungen ohne Belege
  Einzug in die Bildungsgesellschaft. Denn Pseudowissenschaft vermag ein mächtiges Gefühl des Staunens zu wecken, weil sie jene Lücken füllt, die populäre Medien und
  sprachlose Wissenschaft offenlassen. Wer sich nicht verführen lassen möchte, sondern Fragen stellen, wer nicht über Wunder, sondern über Erkenntnisse staunen und der
  Vernunft eine Stimme geben will, braucht Informationen, Rüstzeug und ein Forum dafür. Das bieten Skeptiker und Skeptical Inquirer.“

  Dr. Krista Federspiel, Journalistin, Autorin („Stiftung Warentest – die Andere Medizin“ und „Kursbuch Seele“).

 

 


„Die Medizin ist nicht allein Naturwissenschaft, aber in allen ihren Bereichen unterliegen ihr Johannes Köbberlingwissenschaftliche Grundlagen. Im Gegensatz zu den nicht-wissenschaftlichen Verfahren, die wechselnd als Alternativmedizin, Komplementär-, Ganzheits-, biologische oder Erfahrungsmedizin, besondere Therapieverfahren oder Naturheilkunde bezeichnet werden, ist die wissenschaftlich ausgerichtete Medizin jeder Zeit offen für eine Überprüfung ihrer Behauptungen oder Versprechungen. Die oft aus Unkenntnis verbreitete Akzeptanz nicht-wissenschaftlicher Verfahren führt jedoch dazu, dass nicht überprüfte oder nicht wirksame Verfahren angewandt werden. Die Folge ist eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Skeptiker und Skeptical Inquirer schließen mit kritischen und fundierten Informationen zu diesen Themen eine wichtige Informationslücke.“

Prof. Johannes Köbberling, Internistischer Klinikdirektor, ehem. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und Mitglied des GWUP-Wissenschaftsrats.

 

 


„The change of millennia is a fitting symbol for an epoch of dramatic change in Leon Ledermanhuman potentialities and human prospects. However, the pace of change itself, driven by an exploding technology, generates unease and may be responsible for the growth of unreason, of the appeal of junk science, of apocalyptic predictions, of alien abduction stories, of belief in astrology, creationism, voodoo – anything that promises stability and reassurance in the age of change. The skeptical movement (and its Inquirer journal) provides a unique set of clear counter arguments. It is a beacon of rationality which will be essential if we are to solve the real problems of 21st century life.“

Prof. Leon M. Lederman, Nobelpreisträger, Physik

Übersetzung:

„Der Übergang zwischen den Jahrtausenden ist ein passendes Symbol für die dramatischen Veränderungen in den Möglichkeiten und Aussichten der Menschheit. Der rasante Wandel, getrieben durch eine explodierende Technologie, verursacht jedoch Verunsicherungen, die wahrscheinlich für wachsende Unvernunft und die Anziehungskraft von ,junk science‘, für die Glaubensbeireitschaft für apokalyptische Vorhersagen, Entführungen durch Außerirdische, Astrologie, Kreationismus und Voodoo verantwortlich ist. Alles scheint anziehend, was Stabilität und Zuversicht in einem Zeitalter des Wandels verspricht. Die Skeptische Bewegung (und ihr Journal Skeptical Inquirer) bietet eine einmalige Zusammenstellung von klaren Gegenargumenten. Sie ist ein Lichtblick für eine Rationalität, die für die Lösung der realen Probleme des 21. Jahrhunderts unverzichtbar ist.“

 


„In der Wissenschaft werden Hypothesen aufgestellt und geprüft – ein sozialer Vorgang, Gero von Randowder neben vielem Nutzen auch Lustgewinn mit sich bringt. Jedenfalls für den, der Spaß an Erkenntnissen hat, die dem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen. Eine besonders unterhaltsame Art der Wissenschaft ist ihr Bemühen um Abgrenzung von Forschungszweigen, die nicht oder nicht mehr sinnvoll sind. Wer daran Freude hat, der sollte in den Skeptiker blicken.

Gero von Randow, Wissenschaftsjournalist, Mitarbeiter der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“ Herausgeber („Mein paranormales Fahrrad“, „Das Ziegenproblem – Denken in Wahrscheinlichkeiten„)

 

 


„Als Journalistin erlebe ich fast täglich, wie rapide die Qualität vieler Medien sinkt.Bärbel Schwertfeger Es wird – oftmals aus Zeitmangel – nicht mehr gründlich recherchiert und immer häufiger wird der Leser auch mit verkappten PR-Artikeln konfrontiert. Denn bei vielen Medien ist die Werbeanzeige längst wichtiger als die Aufklärung des Verbrauchers. Außerdem macht Kritik Arbeit. Denn nicht selten drohen die Kritisierten mit Klagen und nur sehr wenige Redaktionen haben noch den Mut, unliebsame Dinge aufzudecken. Daher ist umso wichtiger, dass es noch Blätter wie den Skeptiker gibt, dessen Autoren den Dingen mit wissenschaftlicher Akribie auf den Grund gehen und sich auch nicht scheuen, vermeintliche Erfolgsstories in Frage zu stellen oder Scharlatane zu entlarven.“

Bärbel Schwertfeger, Dipl. Psychologin und freie Journalistin, u.a. für Financial Times Deutschland, Handelsblatt, Welt, Wirtschaftswoche, Stern und die ZEIT, Chefredakteurin von Wirtschaftspsychologie aktuell sowie Buchautorin u.a. „Der Griff nach der Psyche – Was umstrittene Persönlichkeitstrainer in Unternehmen anrichten“ und „Die Bluff-Gesellschaft – Ein Streifzug durch die Welt der Karriere„. Von 2007 bis Juni 2020 war sie zudem Chefredakteurin der Zeitschrift „Wirtschaftspsychologie aktuell“, die von der Sektion Wirtschaftspsychologie des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) herausgegeben wird. Im Juli 2020 startete sie das Online-Magazin WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGIE HEUTE. Ein interessanten Artikel gibt es in der HR Performance 3/2019