Ein besonderer Bereich der UFO-Thematik sind Berichte über UFO-Entführungen, die Ende der 1990er Jahre ihren Höhepunkt hatten. Menschen erzählen beispielsweise, daß sie - kurz nach dem Einschlafen - in ihrer Wohnung von Außerirdischen überfallen und in ein Raumschiff entführt wurden, wo fremde Wesen allerlei medizinische Untersuchungen an ihnen vornahmen.
Gemeinsames Merkmal dieser Berichte ist, daß jegliche materiellen Hinweise auf die Anwesenheit Außerirdischer fehlen. Vermeintlich rätselhafte Male bei "Entführten" erwiesen sich als medizinisch leicht erklärbare natürliche Hautveränderungen.
Angeblich wurden Personen sogar teilweise aus Hochhäusern in Großstädten wie New York entführt, während das Raumschiff vor dem Fenster schwebte - ohne daß dies jedoch von unabhängigen Zeugen bestätigt werden konnte. Es gibt auch Autoren, die nicht Außerirdische, sondern Zeitreisende, Bewohner "anderer Dimensionen", Dämonen oder andere seltsame Wesen für die "Entführungen" verantwortlich machen.
Seit 2000 flauten allerdings solche Berichte stark ab. Laut Werner Walter (CENAP), auch in der GWUP für UFOs zuständig, kommen und gegen solche Themen häufig in Wellen.
Obwohl inzwischen nicht wenige Menschen sehr realistische Erinnerungen an Entführungen haben, heißt dies nicht, daß diese Entführungen tatsächlich stattfanden. In der Einschlaf- oder Aufwachphase kommen bei den meisten Menschen gelegentlich hypnagoge (beim Einschlafen) bzw. hypnopompe (beim Aufwachen) Halluzinationen vor. Man glaubt sich dabei hellwach, ist jedoch normalerweise gelähmt (Schlafparalyse) und fühlt sich gefesselt und hilflos. Nicht selten sieht man ungewöhnliche Wesen,
Ungeheuer, verstorbene Verwandte oder andere Personen. Diese Halluzinationen haben mit gewöhnlichen Träumen nichts zu tun, sie scheinen meist völlig realistisch, und die Betroffenen sind von der Wirklichkeit ihrer Erinnerung absolut überzeugt. Auch viele Berichte von Menschen, die sich an eine Entführung durch UFO-Wesen erinnern, haben alle Merkmale, die für solche hypnagoge oder hypnopompen Zustände charakteristisch sind.
Ein weiteres Problem ist, daß die "Entführten" ihre Erfahrungen oft erst dann berichten, wenn sie einer Hypnose unterzogen werden, wobei der Therapeut, von dem die Hypnose durchgeführt wird, in aller Regel selbst von der Anwesenheit Außerirdischer oder anderer fremder Wesen überzeugt ist. Hinzu kommt, daß den meisten Betroffenen schon vor der Hypnosetherapie die Idee von Entführungen aus Büchern und Fernsehsendungen bekannt ist und sie sich intensiv damit beschäftigt haben.
Unter Hypnose sind Menschen für Suggestionen ihrer Therapeuten sehr empfänglich und bauen sie nachweislich in ihre "Erinnerungen" ein. Der Mechanismus und die Gefahren sind dabei grundsätzlich dieselben wie bei Reinkarnationstherapien .
Literatur:
Magin, Ulrich (1991) Von Ufos entführt. Beck'sche Reihe, München.
Prof. Harald Lesch unterrichtet theoretische Astrophysik an der Universität in München. Auf den Seiten von Alpha Centauri gibt es seine Sendungen rund um die Astronomie als Real-Player-Datei zum Anschauen. Themen wie: Gibt es Ausserirdische? Sind wir allein im Universum? uvm. Prof. Lesch ist anerkannter Fachmann, der er schafft selbst komplizierteste Themen, anschaulich für Laien verständlich zu machen. Prof. Lesch im Gespräch mit Astronomie.de